Männergesundheitsbericht
Die Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit e.V. fordert in einem Schreiben vom November 2007 das Bundesgesundheitsministerium auf, endlich den längst überfälligen "Männergesundheitsbericht für Deutschland" in Auftrag zu geben. Doch das Ministerium lehnt einen Männergesundheitsbericht weiterhin ab.
Im Oktober 2001 startete eine Initiative für einen bundesdeutschen Männergesundheitsbericht. Initiatoren waren Prof. Dr. Klaus Hurrelmann (Universität Bielefeld) und Dr. Matthias Stiehler (DIEG). Es wurden etwa 90 Männerinitiativen, Institutionen und Wissenschaftler angesprochen, von denen etwa zwei Drittel antworteten und sich für einen Männergesundheitsbericht aussprachen. 52 Männer erklärten sich bereit, einen solchen Bericht aktiv zu unterstützen. Diese Gruppe bildet den Initiativkreis "Männergesundheitsbericht", der von den beiden Initiatoren und PD Dr. Theodor Klotz (Klinikum Weiden) koordiniert wird.
Am 8. März 2002 fand in Bielefeld ein Workshop statt, auf dem neben inhaltlichen Diskussionen die weitere Vorgehensweise besprochen wurde. Als zentraler Schritt sollte ein Brief an die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (für "Gender Mainstreaming" in der Bundesrepublik verantwortlich) gesandt werden, in dem die Ausschreibung eines Männergesundheitsberichtes angeregt wird. Dieser Brief wurde am 2. April 2002 abgesandt.
Seit dieser Zeit gab es eine Reihe von Schriftwechseln zwischen unserem Initiativkreis und der Politik. Nachzulesen sind diese Briefe in der Übersicht am Ende dieser Seite. Die Resonanz im politischen Bereich war insgesamt ablehnend. Offensichtlich sind die politischen Entscheidungsträger noch nicht bereit, die spezifisch männliche Gesundheitsproblematik in der notwendigen Weise zu akzeptieren und zu unterstützen. Allein eine geschlechterdifferenzierte Gesundheitsberichterstattung, wie sie vom Bundesgesundheitsministerium gewollt ist, bewirkt nach unserer Einschätzung keine Wende im Gesundheitsverhalten der Männer und im gesellschaftlichen Umgang mit männlichen Problemlagen, zumal unter Genderpolitik in Deutschland fast ausschließlich Frauenpolitik verstanden wird.
In dieser Situation ist es wichtig, dass das zentrale Anliegen unserer Initiative – Männergesundheit zu einem gesellschaftlich wichtigen Thema zu machen – durch weitere Schritte weiter vorangetrieben wird. Dazu ist es notwendig, in Projekten, Lehre, Wissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit Männergesundheit zu thematisieren. Dies geschieht mittlerweile in vielfältiger Weise.
Seit den vergangenen Jahren gibt es Bestrebungen, die unterschiedlichen Aktivitäten auf dem Gebiet der Männergesundheit stärker als bisher zu vernetzen und somit auch politisch wirksamer zu machen. So hat sich die "Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit (DGM)" und ein sozialwissenschaftlich orientiertes "Netzwerk Männergesundheit" gegründet.
Die DGM hat sich ausdrücklich die Initiierung eines
bundesdeutschen Männergesundheitsberichtes zum Ziel gesetzt
(siehe
ww.mann-und-gesundheit.com"
). Im November 2007 forderte der Vorstand in einem offenen
Brief die Bundesgesundheitsministerin auf, endlich einen
"Männergesundheitsbericht für Deutschland" in Auftrag
zu geben. Die weiterhin bestehende Ablehnung (mit den gleichen
Argumenten wie vor fünf Jahren) sowie die Antwort der DGM auf
die Antwort können Sie auf weiter unten lesen. Die auf diese Antwort
folgende erneute Antwort des Bundesgesundheitsministeriums vom
19.6.2008 ist insofern erstaunlich, weil sich das Ministerium nun auf
Grund der Sachargumente genötigt fühlt, deutliche Defizite im Bereich
Männergesundheit zuzugeben. Aber auch diese Einsicht führt zu keiner
Änderung der ablehnenden Haltung.
Wissenschaftlicher Artikel zum Thema Männergesundheitsbericht
Schriftwechsel zum Männergesundheitsbericht:
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